aufgeschnappt (No 18)

The Flying McCoys 2015_31_01

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Präsentiert: Ralph Waldo Emerson: „History“

Wir kennen Geschichte ja vor allem aus dem Geschichtsunterricht. Hängen bleibt von dem doch häufig eines: Der Datenwettbewerb. Schaffe ich es, mir die gesetzte Anzahl an Jahreszahlen und den dazugehörigen Ereignissen wenigstens für die nächste Prüfung zu merken oder nicht? Und kann ich womöglich sogar gegenüber anderen mit meinem Faktenwissen glänzen?

Vielleicht wurden wir mit Geschichte auch bei dem einen oder anderen Besuch einer Gedenkstätte konfrontiert. Dort erleben wir Geschichte vor allem bewertend. Dies darf sich nicht noch einmal ereignen! So etwas darf sich nicht wiederholen! Eine Bewertung, der wir in der Regel zustimmen.

Sich über Fakten informieren und vor Ereignissen warnen – beides ist wichtig. Vor allem, um in einer Kultur, in der das Geschichtsbewusstsein besonders stark ausgeprägt ist, kompetent zu bestehen.

Nichtsdestotrotz geht es am Wesentlichen der Geschichte vorbei. Die Beschäftigung mit Geschichte aus der Perspektive der Warnung führt zu einer rein negativen Haltung ihr gegenüber. Entweder werden Phänomene abgelehnt oder man ergibt sich einem Verbotsdenken. Beides führt zu Tabuisierungen, die letztlich eine kritische Auseinandersetzung mit einem selbst (als Person oder als Gesellschaft) verhindern, und damit auch, dass das Gedenken sich nicht zu einer bloßen Worthülse entleert. Schaffen die Tabuisierungen womöglich nicht genau wieder eine solche Situation, vor der wir uns hüten wollen? Das zeigt auf sehr eindrücklich der Film »Serenity«. Der Versuch, Menschen durch eine Substanz so zu „programmieren“, dass sie alle ihre Agressionen verlieren, geht gründlich daneben: der Großteil verendet antriebslos, der kleine Rest wird noch viel viel aggressiver. Übrigens, woher sind wir uns so sicher, dass es uns nicht selbst so ergehen sollte? Wie wird man über uns in 200 Jahren, 2000 Jahren urteilen? Und würden wir dem Urteil zustimmen?

Und die Beschäftigung mit Geschichte als eine Ansammlung von Fakten? Zu sagen, wann, und zu beschreiben, „wie es gewesen“? Das könnte jede Bibliothek, jeder Computer besser, jede Videoaufzeichnung.

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Von einer anderen Seite her angegangen: Geschichte als echt menschliche Aktivität. Mit der Betonung auf menschlich. Wie gelingt es uns in der Beschäftigung mit Geschichte, dass wir uns als Menschen bestätigen, dass wir uns als Individuen behaupten?

Diese Frage scheint unklar. Die Behauptung unserer Individualität, der Ort unseres Menschwerdens wird doch häufig gerade darin gesehen, dass wir uns eben nicht mit Geschichte beschäftigen: Anti-Konformismus, Anti-Traditionalismus, Kunst, der zukunftsgerichtete Blick.

Es lohnt sich daher ein kurzer Blick auf eine dritte Option, nämlich die aktive, einfühlende Beschäftigung mit Geschichte. Das ist etwas, für das ja mitunter das Judentum, das Christentum und der Islam bekannt sind, als auch einige Kunstrichtungen wie die Renaissance, Klassik und Romantik. Sie alle kennzeichnet: Die Ansprüche unserer Vorfahren werden zumindest erst einmal ernst genommen. Ihre Erlebnisse fordern uns heraus, muten uns etwas zu, können uns gegenüber berechtigterweise anmaßend sein.

In der Tradition des Christentums und der Romantik steht der amerikanische Philosoph Ralph Waldo Emerson. Und was er über den menschlichen Umgang mit der Geschichte in seinem Essay „History“ schreibt, halte ich für sehr inspirierend.

Grob umrissen, sieht sein Gedankengang wie folgt aus:

1. Geschichte ist eine geistige Tätigkeit, die spezifisch menschlich ist. Tiere schreiben keine Geschichte, Computer auch nicht. Um uns hier und jetzt als Menschen zu bejahen und zu bekräftigen, müssen wir den adäquaten Zugang zur Geschichte finden.

2. Dieser Zugang ist, dass wir aus der Geschichte lernen, und zwar zu unserer eigenen Erziehung und Bildung. Denn wir Individuen sein, solche, die Verantwortung übernehmen. Wir müssen souverän handeln. Das setzt Selbstreflexion voraus. Und das genau ermöglicht uns die Beschäftigung mit der Geschichte: Wir erkennen uns selbst wieder in unseren Vorfahren. In ihren Stärken und Schwächen, in ihren Erfolgen und Niederlagen, in ihren Tugenden und Lastern, in ihrer Liebe und Grausamkeit, etc. Das bedeutet zugleich, dass wir ihnen zugestehen, uns gegenüber anmaßend zu sein, uns ihre Ansprüche zuzumuten. Erst wenn wir uns damit – würdigend oder kritisch – auseinandersetzen, erst dann können wir auch wissen, warum wir was tun.

3. Nicht aufgelöst werden darf allerdings dieser Zusammenhang: mich in anderen wiederzuerkennen und dass ihre Ansprüche mir etwas zumuten. Ansonsten verfalle ich einem blinden Gehorsam, der es mir nicht erlaubt, mich zu reflektieren. Geschichte muss deshalb biografisch werden. Biografisch werden bedeutet, dass wir uns in vergangenen Ereignisse, Taten, Ideen, Erfahrungen, Empfindungen usw. wiedererkennen. Wenn ich Geschichte als Mensch lese, dann lese ich sie als meine eigene Lebensgeschichte – würdigend und kritisch.

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Abschließend einige Zitate aus Emersons Text zur weiteren Erläuterung, zu Meditation, zum Nachdenken:

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1. Geschichte als etwas spezifisch Menschliches, da sie der menschliche Geist erschaffen hat.

Of the works of this mind history is the record.

This human mind wrote history, and this must read it. The Sphinx must solve her own riddle.

As near and proper to us is also that old fable of the Sphinx, who was said to sit in the road-side and put riddles to every passenger. If the man could not answer, she swallowed him alive. If he could solve the riddle, the Sphinx was slain. What is our life but an endless flight of winged facts or events! In splendid variety these changes come, all putting questions to the human spirit. Those men who cannot answer by a superior wisdom these facts or questions of time, serve them. Facts encumber them, tyrannize over them, and make the men of routine the men of sense, in whom a literal obedience to facts has extinguished every spark of that light by which man is truly man. But if the man is true to his better instincts or sentiments, and refuses the dominion of facts, as one that comes of a higher race, remains fast by the soul and sees the principle, then the facts fall aptly and supple into their places; they know their master, and the meanest of them glorifies him.

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2. Aus der Geschichte lernen für die Erziehung und Bildung.

It is remarkable that involuntarily we always read as superior beings. Universal history, the poets, the romancers, do not in their stateliest pictures — in the sacerdotal, the imperial palaces, in the triumphs of will or of genius — anywhere lose our ear, anywhere make us feel that we intrude, that this is for better men; but rather is it true, that in their grandest strokes we feel most at home. All that Shakspeare says of the king, yonder slip of a boy that reads in the corner feels to be true of himself. We sympathize in the great moments of history, in the great discoveries, the great resistances, the great prosperities of men; — because there law was enacted, the sea was searched, the land was found, or the blow was struck for us, as we ourselves in that place would have done or applauded.

We have the same interest in condition and character. We honor the rich, because they have externally the freedom, power, and grace which we feel to be proper to man, proper to us. So all that is said of the wise man by Stoic, or oriental or modern essayist, describes to each reader his own idea, describes his unattained but attainable self.

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3. Geschichte als echt menschliche Geschichte nur, wenn sie biografisch ist.

The world exists for the education of each man. There is no age or state of society or mode of action in history, to which there is not somewhat corresponding in his life.

If the whole of history is in one man, it is all to be explained from individual experience. There is a relation between the hours of our life and the centuries of time. As the air I breathe is drawn from the great repositories of nature, as the light on my book is yielded by a star a hundred millions of miles distant, as the poise of my body depends on the equilibrium of centrifugal and centripetal forces, so the hours should be instructed by the ages, and the ages explained by the hours.

The fact narrated must correspond to something in me to be credible or intelligible. We as we read must become Greeks, Romans, Turks, priest and king, martyr and executioner, must fasten these images to some reality in our secret experience, or we shall learn nothing rightly. What befell Asdrubal or Caesar Borgia is as much an illustration of the mind’s powers and depravations as what has befallen us. Each new law and political movement has meaning for you. Stand before each of its tablets and say, ‚Under this mask did my Proteus nature hide itself.‘ This remedies the defect of our too great nearness to ourselves. This throws our actions into perspective: and as crabs, goats, scorpions, the balance, and the waterpot lose their meanness when hung as signs in the zodiac, so I can see my own vices without heat in the distant persons of Solomon, Alcibiades, and Catiline.

He should see that he can live all history in his own person. He must sit solidly at home, and not suffer himself to be bullied by kings or empires, but know that he is greater than all the geography and all the government of the world; he must transfer the point of view from which history is commonly read, from Rome and Athens and London to himself, and not deny his conviction that he is the court, and if England or Egypt have any thing to say to him, he will try the case; if not, let them for ever be silent.

We are always coming up with the emphatic facts of history in our private experience, and verifying them here. All history becomes subjective; in other words, there is properly no history; only biography. Every mind must know the whole lesson for itself, — must go over the whole ground. What it does not see, what it does not live, it will not know. What the former age has epitomized into a formula or rule for manipular convenience, it will lose all the good of verifying for itself, by means of the wall of that rule. Somewhere, sometime, it will demand and find compensation for that loss by doing the work itself. Ferguson discovered many things in astronomy which had long been known. The better for him. History must be this or it is nothing.

History no longer shall be a dull book. It shall walk incarnate in every just and wise man. You shall not tell me by languages and titles a catalogue of the volumes you have read. You shall make me feel what periods you have lived.

Prediger 2, 1 – 23: Ein Leben aus der Balance geraten

Dass sich alles wiederholt und dass es kein Erinnern gibt – beides reicht dem Prediger für sein pessimistisches Resultat: Weisheit und Erkenntnis machen einem das Leben nur schwer, weil sie einem nicht helfen, das Leben und die Wirklichkeit zu bejahen.

Alles wiederholt sich. Nichts können wir durch unsere Handlungen im eigentlichen Sinne bewirken, z.B. kein höheres Entwicklungsniveau erreichen

Es gibt kein Erinnern. Man bleibt der Welt weder ehrenhaft in Erinnerung, noch kann irgendwer einen Nutzen aus den Taten – aus den Erfolgen und aus dem Versagen – seiner Vorgängerinnen und Vorfahren irgendeinen Nutzen ziehen. Darum stellt sich doch die Frage danach: Was man tun soll? Was ist besser, sich weise verhalten oder wie ein Tor? Dieser Frage wird Kohelet nun nachgehen.

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Er probiert es mit den Annehmlichkeiten und Freuden des Lebens. Das Gute genießen und lachen, Wein trinken. Das tut er. Und ist enttäuscht. In dieser Stimmungslage fasst er den Entschluss, sich so viele Genüsse wie möglich zu verschaffen. Gesagt getan:

Ich baute mir Häuser, ich pflanzte mir Weinberge. Ich machte mir Gärten und Parks und pflanzte darin die unterschiedlichsten Fruchtbäume. Ich machte mir Wasserteiche, um daraus den aufsprießenden Wald von Bäumen zu bewässern. Ich kaufte Knechte und Mägde und hatte im Haus geborene Sklaven. Auch hatte ich größeren Besitz an Rindern und Schafen als alle, die vor mir in Jerusalem waren. Ich sammelte mir auch Silber und Gold und Schätze von Königen und Ländern. Ich beschaffte mir Sänger und Sängerinnen und die Vergnügungen der Menschenkinder: Frau und Frauen.“

Durch Klugheit, in Weisheit, mit Mühen und unter Anstrengungen gelingt es ihm also, sich ein genussreiches Leben zu verschaffen. Für ihn ist das ein Leben in Balance: Seine Arbeit und Mühen – sie werden aufgewogen, indem er deren Früchte genießen kann. Mit seinem angehmen und lustvollen Leben fühlt er sich belohnt für seine Anstrengungen. Seine Schlussfolgerung liegt daher nahe: Weisheit ist besser als Torheit.

Und ich sah, dass die Weisheit den gleichen Vorzug vor der Torheit hat wie das Licht vor der Finsternis. Der Weise hat seine Augen in seinem Kopf, der Tor aber geht in der Finsternis.“

Und trotzdem ist es für ihn nur ein Zugeständnis. Ein Zugeständnis angesichts eines vollends pessimistischen Urteil:

Und ich wandte mich hin zu all meinen Werken, die meine Hände gemacht, und zu der Mühe, mit der ich mich abgemüht hatte. Und siehe, das alles war Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind.“

Wieso nun dies?

Erstens, wir alle haben doch schon hier oder da die Redensart gehört: Du kannst nichts mit ins Grab nehmen. Wozu also Güter anhäufen? Oder wenn dir wieder jemand sagt, was du zu tun hast. Liegt dir da nicht manchmal die Antwort auf der Zunge „Gar nichts muss ich. Sterben muss ich. Sonst nichts.“? Für den Toren und den Weisen ist es nicht anders: Beide sterben. Und niemand wird sich mehr an ihn erinnern. Kohelet ist geschockt. Ein Schock, den wir nicht mehr verstehen. Wie friedlich und beruhigt werden wir bei dem Gedanken, dass mit dem Tod (irgendwann) alles aus ist? Ein Schock, den auch jene Christen nicht verstehen, die unbedingt die Hölle predigen wollen. Denn wenn die Menschen es angenehm finden, dass mit dem Tod alles aus ist, dann muss ihnen diese Sicherheit genommen werden. Angst muss geschürt werden. Das ist aber keine Angst, die jemandem wie den Prediger locken würde. Er hat Angst davor, vergessen zu werden. Es ist auch keine Angst, die irgendjemanden vom Volk Israel beunruhigt hätte. Mit dem Tod war für sie alles aus. Daher dieser Wunsch danach, das der eigene Name weitergetragen wird. Und das geht nur durch einen Sohn. Daher sollte eine Witwe vom Bruder ihres verstorbenen Ehemanns geschwängert werden, wenn sie ihrem Mann keinen Sohn geboren hatte. Es gibt also diesen Wunsch, nicht vergessen zu werden. Entspringt dieser Wunsch eventuell meinem Missempfinden darüber, dass wenn ich vergessen werde, ich das Gefühl habe: Ich war mit meinem Leben unwichtig, ich wurde nicht wirklich mit unendlicher Liebe geliebt, nun werde ich ignoriert und nicht weiter respektiert. Das ist doch demütigend. (Wie anders dagegen die Wolke der Zeugen!) Für den Prediger ist daher klar: Weise zu sein ist letztlich nutzlos.

Und ich sprach in meinem Herzen: Gleich dem Geschick des Toren wird es auch mich treffen. Wozu bin ich dann so überaus weise gewesen? Und ich sprach in meinem Herzen, dass auch das Nichtigkeit ist. Denn es gibt keine bleibende Erinnerung an den Weisen, so wenig wie an den Toren, weil in den kommenden Tagen alles längst vergessen sein wird. Und wie stirbt der Weise gleich dem Toren hin!“

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Zweitens, es sind nicht wenige von uns, die erfahren müssen: Selbst größte Anstrengungen bei der Ausbildung oder beim Studium, ich bekomme keine Arbeit. Obwohl ich unbedingt arbeiten möchte. Dazu die beschämende Angelegenheit, um Geld bitten und ansuchen zu müssen. Andere wiederum schaffen sehr viel. Ein Unternehmen, eine Organisation, eine Vision, Kunst usw. Niemand möchte, dass dieses eigene Lebenswerk zunichte wird. Dafür steckt viel zu viel Herzblut darin. Es ist nicht für die Endlichkeit gedacht. So empfindet es auch der Prediger. Sein Lebenswerk wird er anderen überlassen müssen. Anderen, die sich nicht dafür abgemüht haben. Anderen, von denen er nicht weiß, ob sie selbst auch weise sein werden oder töricht.

Es waren harte Zeiten damals. Du musstest etwas tun, um zu überleben. Über die eigene Anstrengung mehr geschenkt zu bekommen – das bedeutet ein Ungleichgewicht. Es geht um die Balance. Die eigene Arbeit und die eigenen eingebrachten Fähigkeiten sollen mit dem entsprechenden Lohn bedacht werden.

Ich muss es ja doch dem Menschen hinterlassen, der nach mir sein wird. Und wer weiß, ob der weise oder töricht sein wird? Und doch wird er Macht haben über all mein Mühen, mit dem ich mich abgemüht habe und worin ich weise gewesen bin unter der Sonne. Auch das ist Nichtigkeit. Da wandte ich mich, mein Herz der Verzweiflung zu überlassen, wegen all dem Mühen, mit dem ich mich abgemüht hatte unter der Sonne. Denn da ist ein Mensch, dessen Mühen in Weisheit und in Erkenntnis und in Tüchtigkeit geschieht; und doch muss er sie einem Menschen als sein Teil abgeben, der sich nicht darum gemüht hat.“

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Drittens, eine Pfarrerin erzählte von ihrer Studienzeit. Da war sie Kindermädchen bei einer reichen Familie. So reich, da waren die Türknaufe, die Wasserhähne aus Gold. Aber die Eltern litten. Litten unter der Angst, ihr Kind könnte entführt werden, um ein Lösegeld zu erpressen. Daher durfte sie mit dem Kind nie an öffentliche Plätze. Das Leben ist und bleibt Leiden und Verdruss. Und wie oft halten uns Ängste, Sorgen, Zorn, Versagen, Ungewissheiten in der Nacht wach?

Denn all seine Tage sind Leiden, und Verdruss ist sein Geschäft; selbst nachts findet sein Herz keine Ruhe.“

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Das ist aus der Balance geratenes Leben. Ein Ungleichgewicht, über das Kohelet keine Kontrolle, keine Macht, auf das er keinen Einfluss hat, wogegen er keine Kraft aufwenden kann.

Das lässt ihn am Leben nicht nur verzweifeln. Viel mehr noch: Er lernt es hassen.

Da hasste ich das Leben, denn das Tun, das unter der Sonne getan wird, war mir zuwider. Denn alles ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind. … Da wandte ich mich, mein Herz der Verzweiflung zu überlassen, wegen all dem Mühen, mit dem ich mich abgemüht hatte unter der Sonne.“

Profan gesehen ist für den Prediger das Leben also in einem Ungleichgewicht. Jegliche Arbeit, Anstrengung, Mühe, jegliches Leiden und jeglicher Verdruss – das alles wird letztlich nicht einmal aufgewogen durch die Lüste und Genüsse, die ihm sein durch kluges Handeln erworbener Reichtum ermöglichen.

Unbeantwortet bleibt also die Frage: Was sollen wir tun?

Dies zu beantworten, versucht er im nächsten Schritt aus einer gläubigen, religiösen Perspektive. Er verlässt seine profane Haltung.