aufgeschnappt (No 8)

Peanuts 2014_09_30

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Mit unseren Ängsten umgehen lernen

Atemlos – so fühlen sich viele von uns immer wieder mal. Unser inneres Auge kann keinen fixen Punkt fixieren, an dem es sich halten kann. Unser gesamter Körper lautes Gewimmel wie das wilde Rauschen eines alten Fernsehers ohne Empfang.

Wir plagen uns mit Ängsten und Sorgen herum.

Ängste aus unserer Jugend. Vor Noten, Abschlüssen, Fehlern, Mitschülerinnen und Mitschülern, vor Lehrerinnen und Lehrern. Vor den eigenen Eltern und Geschwistern. Davor, dass die Eltern sich streiten. Und die Angst, womöglich nach der Ausbildung oder dem Studium keine Arbeit zu finden.

Und dann im Job. Wieder dieselben Ängste. Nun kommt aber vielleicht noch der Kummer hinzu, dass die Stelle nicht sicher. Vielleicht hast du deinen Job aber soeben oder schon vor sehr langer Zeit verloren. Womöglich hast du noch nie eine Stelle angetreten. Diese Angst, was wird, wenn ich langzeitarbeitslos bin. Und eine Absage nach der anderen reinflattert. Wo werde ich enden? Was wird aus mir werden?

Dann haben wir natürlich noch ganz andere Ängste. Angst in Beziehungen. Jemanden zu verlieren, sich Menschen zu öffnen, den eigenen Standpunkt zu vertreten, keine Akzeptanz zu finden, vor anderen zu beten oder Zeugnis zu geben, Angst vor großen Gruppen. Vielleicht auch Angst davor, dass das, was du über Gott glaubst, nicht wahr ist.

Und dann gibt es leider Gemeinden, die den Glauben auf Furcht gründen. Die Furcht davor, eine falsche Meinung zu haben, die Furcht vor dem Gericht, Furcht vor einer Hölle.

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Zum Atem Holen:

Einer Umfrage zufolge haben die meisten Menschen Angst davor, öffentlich zu reden. An zweiter Stelle: Angst vor dem Tod. Woraufhin Seinfeld meint: Wenn man zu dieser Mehrheit gehört, ist es besser, man liegt bei einer Beerdigung im Sarg, als dass man die Grabrede hält.

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Wir reagieren ganz unterschiedlich auf unsere Ängste. Mitunter ist das abhängig von unserem Temperament. Neige ich eher zu Ängstlichkeit oder zu Furchtlosigkeit. Es kann auch mit unseren Erfahrungen zusammenhängen. Habe ich schon viele negative Erfahrungen gemacht oder verlief mein Leben bisher sehr bequem.

Vielleicht reagierst du auf deine Ängste pessimistisch. Womöglich schlitterst du in einen Strudel aus Düsterkeit, Unheilsvorstellungen, Verfolgung, Selbstmitleid. Oder du willst die Kontrolle übernehmen. Du hortest und durchstöberst Selbsthilfebücher. Du versuchst, alles richtig zu machen, ja keinen Fehler. Du rennst von einem Hilfsangebot zum anderen.

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Unsere Ängste können desaströse Folgen haben. In meiner Angst und den Sorgen, die mich unterdrücken, beginne ich, mich um mich selbst zu drehen. Dann gelingt es mir nicht mehr, mich um andere zu sorgen. Vielleicht werde ich ihnen gegenüber sogar ungerecht und torpediere meine engen Beziehungen zu meinen Freundinnen oder Freunden – womöglich, weil ich mich nicht unterstützt fühle, eventuell weil ich neidisch bin. Noch schlimmer sogar, ich werde vielleicht angriffig.

Wenn ich Angst davor habe, eine falsche Meinung zu haben, werde ich eventuell beginnen, über andere zu urteilen. Wenn ich Angst davor habe, jemanden zu verlieren, dann werde ich möglicherweise eifersüchtig und vereinnahmend. Wenn ich Angst davor habe, etwas zu verlieren, dann werde ich vielleicht gierig. Und wenn ich Angst davor habe, die Kontrolle über mein Leben zu verlieren, dann beginne ich unter Umständen damit, andere zu kontrollieren.

Alle diese Konsequenzen sind keine Liebe. Wie heißt es bei Johannes: „Wer Gott fürchtet, liebt ihn nicht.“ Wenn wir uns ängstigen und uns von unseren Ängsten einnehmen und bestimmen lassen, werden wir weder Gott noch die Menschen um uns herum lieben können.

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Ich möchte nun drei private Arten vom Umgang mit unseren Ängsten vorstellen. Wir können versuchen, uns zu beruhigen. Wir können ansprechbar werden. Wir können uns positive Gedanken machen.

Einige Praktiken entnehme ich dabei dem Buch Connecting Like Jesus. Practices for Healing, Teaching, and Preaching von Tony Campolo und Mary Albert Darling.

Vorweg möchte ich allerdings auch sagen: Bei sehr schlimmen Ängsten solltest du dich einem Seelsorger oder Therapeuten anvertrauen.

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Zur Ruhe kommen.

Du kannst dich zunächst einmal dadurch beruhigen, dass du deinen Körper entspannst. Deine Augen schließen und mehrmals tief durchatmen. Vielleicht einige Dehnübungen. Auch ein Spaziergang kann helfen.

In diesem Zustand kannst du versuchen, dich systematisch zu desensibilisieren. Welche Situationen machen dir Angst? Nimm davon die leichteste Variante: Die, bei der du dich nur etwas unwohl fühlst. Stelle sie dir vor, solange bis du beginnst, dich körperlich anzuspannen oder zu verkrampfen. Sobald du bei der Vorstellung dieser leicht beängstigenden Situation entspannt bleiben kannst, gehe eine Stufe weiter. Was für eine Situation bereitet mir mehr Angst?

Beruhigen kannst du dich aber auch durch das zentrierende Gebet.

Einfach still sein vor und mit Gott an einem ruhigen Ort, wo du nicht gestört werden kannst. Wenn du merkst, deine Gedanken fangen an zu kreisen, abzuschweifen, sprich ein Wort (wie z.B. „Vater“, „Jesus“, „Friede“), das dir helfen soll, dich wieder auf die Stille vor und mit Gott zu fokussieren.

Eine weitere Übung ist eine eher reduzierte und sehr ausgewählte Art und Weise, die Bibel zu lesen. Du suchst dir eine Bibelstelle heraus, in der es um Angst geht. Du liest sie langsam. Gerne mehrmals. Dann lässt du deine Gedanken darum kreisen. Vielleicht kommt dir hilfreicher Gedanke oder ein tröstliches Bild. Merke dir das und versuche dich daran während des Tages oder vor der Situation, die dir Angst macht, zu erinnern. Falls dir beim Gedanken kreisen Lassen nichts kommt, dann präge dir den Vers ein. Wiederhole ihn von Zeit zu Zeit oder erinnere dich an ihn vor der angstvollen Situation.

Auch die Ignatianische Kontemplation kann sehr hilfreich sein.

Es ist eine sehr phantasiereiche Art, die Bibel zu lesen. Du stellst dir zum Beispiel vor, du bist Teil einer tröstlichen biblischen Erzählung. Wie fühlst du dich dabei? Oder du machst dir eine Situation gegenwärtig, die dir Kummer bereitet, und stellst dir vor, Jesus ist mit anwesend. Wie fühlst du dich dabei? Was für Gedanken bekommst du?

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Ansprechbar sein.

Vielleicht bist du in einer Situation, die du dir so nicht erwartet hast und die dich an deine Zukunft zweifeln lässt. Bedenke, „das Glück ist ein Vogerl“ – so sagt man in Österreich. An Gott zu glauben, heißt nicht, dass wir glücklich sein werden. Es gibt sogar ganz konträre Aussagen.

Nimm doch deine Situation an. Was spricht dagegen? Natürlich, es gibt schlimme Erfahrungen, von denen wir noch Jahre später nicht wissen, wozu die gut waren. Und selbstverständlich benötigen wir auch Zeit, um uns zu sammeln und aufzurappeln.

Wie kannst du deine Situation annehmen? Es gibt viele schlechte Situationen, aus denen wir etwas gelernt haben, oder? Du kannst dich fragen, was du aus dieser Situation lernen kannst. Du kannst sie auch dadurch annehmen, indem du deinen Blick von dir abwendest und anderen zuwendest. Warum nicht an andere denken und sie unterstützen?

In dem Film »Stalker« von dem sowjetischen Regisseur und orthodoxen Christ Andrej Tarkowski äußert sich zum Ende die Frau des Stalkers. Stalker hier nicht in der englischsprachigen Variante. Es ist einfach ein Name für jene, die andere in die „Zone“ führen. Man weiß nicht, was sich dort vor Jahren für eine Katastrophe ereignete. Nur so viel: Man schickte Soldaten hin. Sie kamen nicht zurück. Man sperrte das Gebiet ab. Aber es sprach sich herum: Darin gäbe es einen Raum, in dem der innigste Wunsch in Erfüllung ginge. Fortan führen Stalker illegal jene Leute dorthin, die in den Raum wollen. So auch der Stalker im Film. Und obwohl er gerade erst nach einer langjährigen Haftstrafe auf freiem Fuß ist, führt er gleich wieder zwei Männer in die „Zone“. Seine Frau empört sich darüber. Was denn aus der gemeinsamen Tochter wird, die stumm und gelähmt ist. Seit der Geburt hat er sie nicht mehr gesehen. Und vielleicht wieder erwischt werden und eine lange Gefängnisstrafe absitzen? – – – Er kehrt wieder, ohne entdeckt worden zu sein. Und wird wieder in die „Zone“ gehen.

Sie erzählt nun, wie sie sich in ihn verliebte. Schon damals riet ihr jeder im Ort ab. Er sei verrückt. Aber sie hörte nicht. Heiratete ihn, bekam mit ihm eine Tochter. Sie hat mit ihm kein glückliches Leben, sagt sie. Es gibt viel Unglück und Sorgen. Doch sie will gar kein glückliches Leben. Was sie nichtsdestotrotz erlebt: Ihr ist wohl bei ihm. Und was er tut hat einen edlen, höheren Zweck.

Das ist Ansprechbarkeit.

Das ist übrigens die Art, bei der ich meine Ängste, meine Sorgen, meine Kummer am besten bewältigen kann.

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Zuletzt gibt es noch die Möglichkeit, dass du deine Gedanken- und Vorstellungswelt mental umstrukturierst.

Denkst du negativ über deine Zukunft oder deinen Umgang mit Menschen oder dich? Warum? Wozu? Wenn sich deine Befürchtungen bewahrheiten sollten, dann tun sie es. Aber warum sich schon vorher das Leben madig machen? Warum nicht die jetzige Situation annehmen und vielleicht sogar – sofern möglich – genießen? Es geht nicht um einen irrationalen oder blinden Optimismus. Aber katastrophische Vorstellungen hegen und pflegen ist nicht weniger irrational und blind. Es mag hilfreich und klug sein, sich auch der schlimmen, ungewünschten Situationen bewusst zu sein. Aber es kann ja auch ganz anders kommen. Es kann ja sogar noch viel besser kommen. Warum sich also nicht gerade das vorstellen? Vielleicht wirst du unbewusst sogar sein „Glück“ erzwingen.

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Was wird das Ergebnis all dieser Praktiken sein? Du bist weniger ängstlich. Und du wirst Situationen, vor denen du Angst hast, besser bewältigen. Dir wird es wieder einfacher fallen, liebevolle und heilende Beziehungen zu deinen Mitmenschen zu leben.

»Jetzt mal ehrlich. Bettler: Geld geben, ja oder nein? «

Eine sehr interessante Doku-Reportage über Bettler, Bettelei und den sogenannten „Sozialbetrug“.

Hier geht’s zum Video: »Jetzt mal ehrlich. Bettler: Geld geben, ja oder nein? «

15.12.2014 | 44:07 Min. | UT | Verfügbar bis 15.12.2015 | Quelle: Bayerischer Rundfunk 2014

Jetzt mal ehrlich – kritisch, hintergründig und informativ gehen Rainer Maria Jilg und Vivian Perkovic Fragen nach, die Menschen in Bayern beschäftigen. Egal ob aus Politik, Wirtschaft oder Kultur: Sie sind dort, wo sich in Bayern etwas bewegt – oder bewegen muss.

Statt spenden, Mode klug kaufen

Es ist Weihnachtszeit. Es wird viel eingekauft. Und es wird viel gespendet.

Slavoj Žižek gibt hierfür eine herausfordernde und nachdenklich stimmende Analyse:

The ruthless pursuit of profit is counteracted by charity. Charity is the humanitarian mask hiding the face of economic exploitation. In a superego blackmail of gigantic proportions, the developed countries ‘help’ the underdeveloped with aid, credits and so on, and thereby avoid the key issue, namely their comlicity in and co-responsibility for the miserable situation of the undeveloped.“ (Žižek, Violence S. 19)

Beispielhaft kann man das an unserem Kleidungskonsum sehen.

Vor einiger Zeit stieß ich über www.orf.at auf die Clean Clothes Kampagne. Eine Kampagne, die sich für die Arbeiterinnen und Arbeiter in der Textilbranche einsetzt. Entsprechend lautet das Motto:

Aktiv für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie“

Bis dahin habe ich immer so eingekauft: Ich will darin gut aussehen und es soll günstig sein, damit ich mir mehr kaufen kann. Jetzt zu lesen, dass eine Person an meiner Hose oder an meinem Hemd nähte und davon nicht leben kann – trotz 80-Stunden-Woche –, das beunruhigt mich!

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Es machte mir einmal mehr deutlich, wie ernst es Jesus gewesen sein muss, wenn er sagte, dass es die Reichen schwer haben, ins Himmelreich einzutreten. Es gibt das Motto „No justice, no peace“. Jesus will sein Reich als ein Friedensreich verwirklichen. Ein Reich, in das Reiche nur sehr schwer eingehen können. Und ich stelle fest: Ich gehöre zu diesen Reichen! Was betete ich ersatzweise für das „und gib uns unser täglich Brot“! Letztlich waren es immer wieder Dinge, die mir ein bürgerliches, finanziell mehr als abgesichertes Leben garantieren. Aber muss ich nicht bei der Zeile stutzig werden, wenn ich beim Vater-unser „und gib uns unser täglich Brot“ bete? Ich habe mein täglich Brot! Und Jesus richtete seine Botschaft an Menschen, die das nicht hatten! Heute bete ich es. Bete für die Aufrechterhaltung eines bestimmten Lebensstandards. Und kaufe dann Kleidung, die Menschen produziert haben, die sich ihr täglich Brot nicht leisten können.

Der Traum einer Arbeiterin: genug zu essen (Kambodscha): „Sie haben uns gesagt, es handle sich um eine dringende Lieferung. Wir hatten Angst, beschimpft und gezwungen zu werden. Wir arbeiteten sogar, wenn wir krank waren. Wir arbeiteten sogar, wenn wir nicht genug geschlafen oder nicht genug zu essen hatten. Ich bin so kaputt.“

Beten sie „und gib uns unser täglich Brot“? Wie kann ich Gottes Gebetserfüllung werden?

(Ich lasse natürlich nicht unberücksichtigt, dass mitunter die Verlagerung von Produktionsstätten nach Osteuropa oder Asien es den Menschen dort ermöglicht, ein besseres Leben zu führen als ohne diese Arbeit. Dennoch: Es ist nicht genug. Es ist nicht genug, wenn sie immer noch nicht davon leben können.)

Auf jeden Fall, für mich heißt das unter anderem: Ich schaue, dass ich meine Kleidung nun bei Firmen kaufe, von denen es heißt, sie würden wenigstens einen existenzsichernden Lohn zahlen.

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Ich empfehle hiermit diese Seite: http://www.cleanclothes.at.

Aktuell haben sie auch einige Aktionen am Start. Zum Beispiel die Online-Petitition „Ein Existenzlohn ist ein Menschenrecht!“:

Ein existenzsichernder Lohn ist ein Menschenrecht! Es ist unser Ziel, dieses Recht für NäherInnen in der globalen Bekleidungsindustrie einzufordern. Unterschreiben Sie unsere Petition und unterstützen Sie damit unseren Aktionsaufruf „NäherInnen verdienen mehr. Existenzlohn für alle!“

Über folgenden Link http://www.cleanclothes.at/de/urgent-actions/existenzlohn/ kann die Petition online unterstützt werden. Hier http://www.cleanclothes.at/de/existenzlohn/ detaillierte Erläuterungen.

Weitere Informationen:

Über Umwege zu unseren Wünschen

Durch die „Zone“ führt der Stalker (was hier nichts mit dem englischsprachigen Wort gemeinsam hat) den Schriftsteller und den Physikprofessor zu jenem Raum. Nicht irgendein Raum. Sondern der Raum, in dem ihr innigster Wunsch wahr wird.

Doch sie können nicht geradewegs auf ihn zugehen (51:50-55:00). Umwege müssen sie nehmen. Sich mit Ehrfurcht und Respekt einen Pfad suchen. Sich in Demut dem Raum nähern.

Das frustriert die beiden Abenteurer. Ist der Raum doch so nahe. Bereits zu sehen. Mit der Zeit werden sie ungeduldig. Werden giftig. Ungewollt entlarven sie ihre Motive, ihre Verbitterung, ihre Rachsucht, ihren Stolz, ihre Verletzungen, ihre Selbstzweifel.

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Ich wünschte, uns würde ein Stalker führen. Durch unser Welt, die sich uns nur noch bewerben kann und uns zu verführen versucht. „Gib deinen Wünschen nach, die du von mir hast. Du wirst zufrieden sein. Entdecke ungeahnte Bedürfnisse, die ich in dich pflanze. Und du wirst glücklich sein.“ Unsere Augen drehen sich in unseren Kopf. Wir öffnen uns weit. Unsere Arme breit. Atmen tief ein. Die Gardinen unserer Seele flattern und unsere Lungen atmen freie Luft. Unser Verlangen. Unsere Verlockungen.

Doch was ist, wenn diese unmittelbaren Wünsche unsere eigentlichen verdecken? Ein anderer Stalker, Dornhaupt sein Name, betrat den Raum. Er wurde reich, unfassbar reich. Nur, er wünschte sich doch Gesundheit für seinen Bruder. Man fand ihn baumelnd mit einer Strippe um den Hals. Was, wenn wir unsere tiefsten und ehrlichsten Wünsche nur über Umwege entdecken können? In Gemeinschaft mit Jesus und anderen Menschen. Durch geistliche Vorbilder. Durch aufrichtige, demütige, zurückhaltende spirituelle Führerinnen und Führer, die uns in Freiheit entlassen. Vielleicht werden sich am Ende unsere Gebete ändern. Vielleicht werden wir uns wünschen, dass wir verändert werden. Damit wir uns nicht enttäuscht unserem Stumpfsinn hingeben. Damit wir uns nicht resigniert in einem Floß den Fluss hinunter in den horizontlosen Ozean treiben lassen, den der Himmel mit seiner grauen Atmosphäre zudeckt.

Vielleicht werden wir dann stille sein. Stille sein. Und dem Regen zuhören können, wie er durch das löchrige Dach in jenen Raum fällt.