zweifeln und glauben

Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.

Chinesisches Sprichwort

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Gott, unser Vater, ist auch unser Arzt.

Wie unheimlich ist es daher, wenn Menschen ihren Glauben verwerfen, um gesund zu werden!

Oder wie es Tobias Faix in einem beachtlichen Interview mit jesus.de formuliert:

„Und dann kommt die Dekonversion, weil das wie eine Art Therapie wirkt. Für manche war die Dekonversion tatsächlich der Schlüssel um überhaupt weiterzuleben.“

Eine Erfahrung, die mir teilweise vertraut ist. Wenngleich ich diesen Schritt eben nie gemacht habe. Trost fand ich dennoch zunächst abseits meines bekannten christlichen Lebens: In der Kunst und in einer Lebensführung, fern jeglicher Spiritualität. Etwas, das ich auch in meinem Freundeskreis erlebt habe. Freunde, die dann sogar weiter gingen. So weit gingen, wie soeben zitiert.

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Worum geht es? Um Zweifel. Darum, dass der vertraute Glaube nicht mehr passen will zu neuen, unleugbaren Erfahrungen.

Wie bin als ich Jugendlicher damit umgegangen und habe es von Freunden, Pastoren oder Theologen gehört.

Ich habe Zweifel einfach verworfen. Anfragen schlichtweg ignoriert.

Ich wurde auf die Bibel eingeschworen.

Oder spitzfindiger: Dass ich das, was ich bezweifle, irgendwie ja auch bejahe. Dass ich Voraussetzungen habe. Und dass der Glaube nichts anderes ist: Die Anerkennung bestimmter Voraussetzungen.

Mir wurde gesagt: „Ja, Gott achtet den zweifelnden Menschen. Aber vertraue ihm. Hab Vertrauen in die Beziehung, die du mit ihm hast.“

Alles in allem: Zweifel wurde von mir und von den anderen als vorübergehende Verwirrung angesehen. Worum es geht, ist die Zeit. Den Zweifel sozusagen aussitzen. Ihn auf lange Sicht hin gesehen… einfach vergessen.

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Nicht nur, dass manches davon eine Lüge ist.

Es funktionierte nicht und funktioniert so nicht.

Warum?

Es mag unbegründete Zweifel geben, ja. Dennoch gibt es Gründe für meinen Zweifel, die sind an mein Dasein, an meine Existenz, an meine Echtheit, an mein Leben gebunden.

Ignoriere ich sie, so ignoriere ich alles, was mir in mir lebendig und originell ist. So ignoriere ich alles, was lebendig und originell ist.

Ich klammere mich an Phrasen, an Gedankengebäude, an Zitate, an meine Torheit.

Oder wie es der evangelikale Theologe Gregory A. Boyd in seinem Buch Benefit of the Doubt auf den Punkt bringt: Es ist lediglich emotionale Sicherheit.

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Hiob ätzte nicht nur gegen seine Freunde, deren Gottesbild er bis zu seinem elenden Schicksal teilte. Er schimpfte auf Gott und gegen ihn. Dass er absichtlich quäle, und die Folter auch noch genüsslich verlängert.

Der Ausgang für Hiob: Er lernt Gott ganz anders kennen.

„Ich kannte dich nur vom Hörensagen. Jetzt habe ich dich erlebt.“

Jetzt glaubt er. Nun ist er weise. Er liebt.

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Was Tobias Faix, Martin Hofmann und Tobias Klunker aufzeigen: In unseren Gemeinden würden bestimmte Vorstellungen darüber herrschen, was man zu glauben, zu denken und zu tun hat. Konformität. Äußert jemand Fragen und Zweifel, dann ist sie oder er getrennt von der Gemeinschaft mit den anderen. Sie oder er ist auf sich alleine gestellt.

Was ist das Problem?

Das Problem ist, in unseren Gemeinden herrscht ein Mangel an Ansprechbarkeit, ein Mangel daran, sich verständlich machen zu wollen, zu dürfen und zu können. Und ein Mangel an Originalität.

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Was heißt das, ansprechbar zu sein und sich verständlich zu machen?

Fremdem, Neuem, Anderem gegenüber taub, schweigsam und ignorant zu sein, ist ein Zeichen dafür, sich nicht korrigieren lassen zu wollen. Es ist Angst. Es ist Stolz. Beides geschieht aus Mangel an Liebe. Aus Mangel an Liebe zu Gott, zu anderen und zu sich selbst.

Sich von Fremdem, Neuem, Anderem, das einem begegnet und widerfährt, das einen anspricht und interessiert, sich davon herausfordern lassen. Das heißt es, ansprechbar zu sein und sich diesem verständlich zu machen.

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Was heißt es, originell zu sein?

Ich glaube, dass Gott es schätzt, wenn wir Verantwortung übernehmen. Verantwortung für uns und unser Leben.

Ich glaube, dass Gott es respektiert, wenn wir ehrlich sind

Mit dem unbedingten Streben danach, anders sein zu wollen, sich von anderen zu unterscheiden oder Neuem hinterherzurennen – damit hat Originalität nichts zu tun.

Auf jeden Fall finde ich es schade, vor allem aber traurig für unsere Gemeinden, dass manche Menschen keinen anderen Ausweg zu sehen scheinen, um Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen und ehrlich zu sein, außer diesen Ausweg: ihren Glauben aufzugeben. „Wer aber einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum Abfall verführt, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer, wo es am tiefsten ist.“

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Zweifel darf also nicht ausschließlich als vorübergehende Verwirrung angesehen und behandelt werden.

Zu zweifeln heißt ansprechbar zu sein und fähig, sich verständlich machen zu können.

Zu zweifeln heißt offen zu sein für Korrektur, Veränderung und Weisheit, die in Liebe gründet. So schreibt es auch Timothy King, Chief Strategic Officer der evangelikalen Organisation Sojourners:

Without truly doubting and opening yourself to the possibility that even many of your most deeply held tenets of faith could be wrong or inadequate, questioning will remain a mental exercise that does not reach its potential for personal transformation.“

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Transformation. Veränderung.

Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht; so ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“

 

Präsentiert: Rachel Held Evans, „The False Gospel of Gender Binaries“

Die Idee dieses Blogs ist es, dem Bild von Jesus gerecht zu werden, dass wiedergeboren zu leben bedeutet, sich von Tradition gewissermaßen zu befreien und Erwartungen nicht um jeden Preis zu bestätigen, um in origineller Weise ein von Gottes Liebe inspiriertes Leben zu leben.

Ich möchte daher – ähnlich wie es der evangelikale Theologe Jim Wallis mit der von ihm gegründeten Organisation Sojourners hält – in Dialog treten mit Positionen, die zunächst einmal fern von evangelikalen Positionen zu sein scheinen, die aber – vor allem im angelsächsischen Sprachraum – von Evangelikalen diskutiert werden. Von Evangelikalen, die (wie ich meine) versuchen, Anschluss an jene Markierungspunkte des Evangelikalismus zu finden, wie sie Stanley J. Grenz in Renewing the Center. Evangelical Theology in a Post-Theological Era (mit Bezug auf David Bebbington) nennt: Fokus auf Bekehrung, Aktivismus, Biblizismus und das Kreuz als Zentrum.

Gestern las ich zum Beispiel einen Beitrag von Rachel Held Evans über Transsexuelle. Sie nimmt ihre Begegnung mit einem Transsexuellen und dessen Feststellung „Evangelicals don’t have a category for me, so there’s no real place for me in their church“ zum Anlass, um über Transsexualität im Zusammenhang mit einem traditionell christlichen Verständnis von Ehe zu schreiben. Ich kommentiere nur einige Passagen.

God made male and female,” culture warriors like to thunder.“ Any deviation from traditional gender and sexuality norms represents a serious sin and threat to the gospel.”

This claim is often punctuated by advocacy for rigid, hierarchal gender roles based on stereotypes in which all men are described as being “wired” one way (as providers, leaders, and fighters), and all women are described as being “wired” another way (as followers, nurturers, and homemakers).

Zwei Anmerkungen hierzu:

  1. Unheimlich in dem Zusammenhang finde ich die Beobachtung, dass in jeder Kultur, in der insbesondere die Institution der heterosexuellen Ehe die einzige legitime Form sexuellen Lebens ist, Frauen unterdrückt und benachteiligt sind. Eine Ausnahme ist mir, ehrlich gesagt, nicht bekannt. Und mit Kultur meine ich nicht nur Länder und ihre Sitten, sondern durchaus auch unterschiedliche christliche Kreise. Zwei Beispiele zur Ehe: John Piper, der gewissermaßen die sexuelle Dominanz des Mannes gegenüber der Frau bekräftigt und ihre sexuelle Hörigkeit und Unterwerfung einzufordern scheint.
  2. Es ist erschreckend, inwieweit sich konservative Positionen zur Zeit radikalisieren, sprich mit Gewalt oder Gewaltphantasien liebäugeln. Man braucht hierzu nicht einmal nach Syrien und Irak schauen. Es reicht ein Blick nach Uganda, einem Land mit absoluter christlicher Mehrheit, und ihrer homosexuellenfeindlichen Politik (angedacht war sogar die Todesstrafe und die Förderung von Denunziation). Oder diese Predigt eines amerikanischen Pastors, der vorschlägt, Homosexuelle in Konzentrationslager zu sperren und aussterben zu lassen.

Wie kann es selbst in christlichen Kreisen so weit kommen? Ich möchte noch mehr fragen: Jesus kam in ein nicht-jüdisches Dorf. Dort traf er eine Frau an, die bereits viermal verheiratet war und nun mit einem Mann zusammenlebt, mit dem sie nicht verheiratet ist. Es scheint ein Dorf zu sein, in dem so etwas toleriert wird. Jesus spricht mit ihr aber nicht über Sünde und Gericht, sondern über geistlichen Durst und wahre Anbetung im Herzen. Der in flagranti erwischten Ehebrecherin, die gesteinigt werden soll, wiederum sagt er, dass sie nicht mehr sündigen soll; er selbst wolle sie aber auch nicht steinigen. Warum wird im ersten Fall überhaupt nichts von Sünde erwähnt? Ich habe darauf noch keine Antwort. Aber die Rhetorik von Jesus ist eine ganz andere.

While most people indeed have a heterosexual orientation and identify with a single gender that was assigned to them at birth, it has become increasingly clear that this is not the case for everyone, that gender and sexuality might better be understood as manifesting themselves along continuums, with male/female, masculine/feminine, heterosexual/homosexual existing at the poles but with a variety of identities, orientations, and expressions in between.  Science and psychology continue to confirm this as a reality, with the American Psychological Association no longer characterizing variations in sexual orientation and gender identity as disorders, only warning that stigmatization based on them can negatively affect mental health.

  • Da ihr Ausgangspunkt transsexuelle Menschen sind, halte ich diesen Gedankengang für sehr interessant vor allem mit Blick auf intersexuelle Menschen: Im Rahmen der Institution der heterosexuellen Ehe als die einzige legitime Form sexuellen Lebens ist es für diese Menschen grundsätzlich ausgeschlossen, ihren sexuellen Bedürfnissen nachzugehen. Das Problem ist leider, dass man mit dem traditionellen Vokabular nicht die Möglichkeit hat, um über dieses Phänomen zu sprechen. Außer vielleicht die, es als tragisches Schicksal und dergleichen zu bedauern. Kann man darüber hinaus wirklich nichts mehr sagen? Ist das so hinnehmbar?

This glorification of gender binaries has become a dangerous idol in the Christian community, for it conflates cultural norms with Christian morality and elevates an ideal over actual people.

  • Ich empfinde den Begriff, Glorifizierung, durchaus passend, muss ich sagen. Auch die Wortwahl „gefährlicher Götze“… wenn man bedenkt, mit welchem „heiligen“ Zorn sich manche Evangelikale zu diesem Gesamthema äußern. Mit dem zentralen Thema der Versöhnung der Menschen mit Gott und der Menschen untereinander und der Versöhnung der Menschen mit der Schöpfung scheint das nicht mehr viel gemeinsam zu haben.

There is this tendency within certain sectors of Christianity to assume that if our theology “works” for relatively privileged (often for straight, upper-middle-class, Western men), then it should work well enough for everyone else, and the rest of the world should conform to it. But if our theology doesn’t “work” for the least of these to whom Jesus first brought the gospel and through whom Jesus still presents himself today, then it doesn’t work at all.

  • Dass der christliche Glauben häufig genutzt wird, um sich ein glückliches und gemütliches Leben auf dieser Erde zu verschaffen – ein gutbürgerliches Mittelschichtenleben, am besten mit Karriere, Auto, Haus, Fernseher, Grill, Familie – diese Kritik teile ich voll und ganz. Es ist natürlich auch jenes Milieu, das es am leichtesten hat sowie die entsprechenden Ressourcen, um seine Stimme bekannt zu machen.
  • Allerdings ist das Thema, das sie hier behandelt, keines, das bloß für eine (amerikanische) weiße Mittelklasse schwierig zu handhaben ist.

Jesus. Vorbild für das wiedergeborene, vom Wind getragene Leben.

Trostlos und bitter, öde und kümmerlich – so erleben Menschen es immer wieder, wenn sie die Quellen ihrer Spiritualität, ihres Glaubens kennen – sowie jener, die ihnen predigen, sie zurechtweisen oder sie zu trösten versuchen.

Hiob.

Er sagt es seinen Freunden ins Gesicht: Dass sie sich mit ihrer Theologie und ihren Anmaßungen ihm gegenüber den Zorn Gottes zuziehen. Er sagt es Gott ins Gesicht: Dass er lieber tot sein will, wenn Er nicht anders ist als er und seine Freunde bisher glaubten.

Emerson.

Jeden Sonntag weiß er schon im voraus, was der Pastor predigen wird. Es ist, als hätte dieser kein Leben – in sich.

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Eine Spiritualität, die kein Leben gibt. Ein Glaube, der unserer Erfahrung nichts mehr zu sagen hat. Eine Religiosität, die unseren Leben nicht gerecht wird.

Leben.

Das ist es, was Jesus hat. Und was er uns geben will.

Das ist das Zentrum von Jesus’ Botschaft im Johannesevangelium.

Dafür braucht es frischen Wind.

Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht; so ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“

Jesus also als hervorragendes Beispiel eines Lebens, das von diesem Wind getragen ist.

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(Woher Jesus kommt und wohin er geht, das kommt immer wieder zur Sprache.

Vom Vater, den keiner gesehen hat. Dass niemand zum Vater kommen kann, außer er glaubt an Jesus und nimmt ihn sich zum Vorbild.

Dass er sterben wird – das muss er seinen Jüngern mehrfach deutlich machen, damit sie nicht erschrecken und glauben, dass er der Messias ist. Wie die jüdische Bevölkerung, dargestellt bei Johannes, so haben auch sie vom Messias ganz andere Vorstellungen und Erwartungen.

Die Berufung auf Abraham und Mose, das „Wissen“ darum, Gott habe zu ihnen gesprochen, dass die Vorfahren Wunder erlebten, die Berufung auf die Bibel – alles das, so Jesus, gibt kein Leben.

Dass zukünftig die wahre Anbetung nicht von einem „heiligen“ Gebäude oder Ort aus geschieht, sondern in Geist und in Wahrheit.)

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Zwei Heilungen zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.

Am Sabbat.

Die Heilung eines Lahmen. Gelähmt seit 38 Jahren. Die Heilung eines Blinden. Blind von Geburt an.

Und die Theologen verfolgen Jesus, wollen ihn beseitigen. Weil er den Sabbat bricht.

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Gott wird nicht zuerst dadurch gedient, dass wir Gottesdienste feiern. Dass wir verbriefte, geregelte „heilige“ Tage haben, wo wir uns auf Ihn besinnen. Nur ein Beispiel?

Gott dient den Menschen.

Jesus, im Bewusstsein, dass er aus dem Himmel kam und dorthin zurückkehren wird, wäscht seinen Jüngern die Füße. „So wie ich euch die Füße gewaschen habe, so seid ihr nun dazu verpflichtet, euch gegenseitig die ,Füße zu waschen.‘“

Wir dienen Gott, wenn wir wie Er dienen.

Lieben.

Liebt, wie ich euch geliebt habe. Liebt, wie ich es euch gezeigt habe.“

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Jesus redet und tut, was Gott zu ihm redet und Er ihm zeigt, das er tun soll.

Und das – so Jesus ausdrücklich – ist die Errettung:

Dass wir unsere Sünden ans Licht bringen.

Dass offenbar werde: Unsere Worte und Taten sind von Gott gewirkt.

Das heißt: Wiedergeburt.

Das ist das Leben. Das ist das Leben, das uns Jesus geben möchte.

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Es sind christlich-pharisäische Spitzfindigkeiten, wenn man Unmengen an Papier und Zeit dafür verschwendet, zu diskutieren, ob Menschen ohne Gott moralisch Gutes tun (können) oder ob bloß der Glaube an das Kreuz ausreicht, für die Erlösung. „Die das Gute getan haben, werden auferweckt zur Auferstehung des Lebens. Die aber das Böse verübt haben zur Auferstehung des Gerichts.“

Das Gute ist die Liebe. Die Liebe, für die Jesus und unser Gott, sein und unser Vater, Vorbild sind.

Wiedergeboren und vom Wind getragen sein

Wundere dich nicht, wenn ich dir sage: Ihr müsst wiedergeboren werden.“ Nikodemus sitzt da wie die Kuh vorm neuen Tor steht. „Wie soll das gehen? Wie kann ich wieder in den Bauch meiner Mutter zurückkehren?“ Die Art der Frage ist eventuell nicht untypisch für einen Pharisäer, einen bibeltreuen theologisch Gelehrten. Wortgetreu. Wörtlich.

Du bist ein anerkannter Lehrer in Israel und weißt das nicht?“ Vielleicht hilft ja dieses Bild, um die Wiedergeburt deutlich zu charakterisieren: „Wundere dich nicht, dass ich dir sage: Ihr müsst von neuem geboren werden. Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht; so ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“

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Ich meine, ich habe ursprünglich meine christlichen Wurzeln in bibeltreuen Kreisen. Dieses Bild finde ich nun einfach nur verblüffend und erstaunlich! Zuerst und lange eigentlich unverständlich. Bis ich mich fragte, was das denn heißen soll? Dann dämmerte es mir: Das einem bibeltreuen theologisch Gelehrten zu sagen, erscheint unglaublich provokativ!

Du weißt nicht, woher er kommt. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“ Von aller Tradition entwurzelt.

Du weißt nicht, wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“ Keine Erwartungen werden bedient.

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Aber heißt das, „sein Fähnchen in den Wind hängen“, einen „windigen Charakter“ haben, „vom Winde verweht“ sein, lauter „heiße Luft“ daherreden?

Womöglich nur, wenn man sich Jesus nicht zum Vorbild nimmt. Oder wie Thoreau sinngemäß sagte: „Es ist schwer, mit was anfzuangen, ohne zu borgen.“ Und Jesus wird uns im Johannesevangelium als Vorbild gezeigt. Als jemand, dem es gelungen ist, ein Leben zu führen, das vom Wind getragen ist.

Was ich da entdeckt habe, möchte ich in einem nächsten Blogbeitrag mit euch teilen – und gerne diskutieren.